verfasst von Felix Herzbach am 19. Dezember 2009

Den Mutigen gehört die Welt, sagt man. Ich würde dem hinzufügen, dass die Welt vor allem den besonders Aktiven, den Machern gehört. In diesem Beitrag werde ich zum Loblied über Macher-Typen anstimmen und Dir begründen und vorschlagen, weniger zu reagieren und mehr zu agieren. Es geht also darum, warum und wie du aktiver werden kannst.
Wir alle wissen, dass Worte und Taten etwas völlig anderes sind. Vor Kurzem noch schrieb ich dazu, dass man sein Umfeld besser nicht an Worten, sondern an Taten messen soll, weil es eben einen ganz anderen Einsatz vom Betroffenen erfordert (neudeutsch “Commitment”). Taten sind es erst, die Gedanken in die Wirklichkeit bringen. Taten sind daher dem Nichtstun vorzuziehen. Ein chinesischer Unternehmer hat mir dazu neulich gesagt : “Stay active, and you will be exposed to opportunities every day. Stay passive, and you will die where you are.”. Recht hat er! Denn im Leben ist es doch häufig so, das eins zum anderen führt. Dem Macher eröffnen sich Chancen, nicht aber dem Zuschauer, der sich bloß auf das Betrachten gegenwärtiger oder vergangener Taten anderer Menschen beschränkt.
Konkret bedeutet das zB:
Überleg’ Dir mal: Weshalb sind die erfolgreichsten Menschen der BRD oder der Erde, so erfolgreich wie sie es sind? Klar, sie haben Talent. Klar, sie haben auch ein bisschen, was man Glück nennt. Aber das reicht ja alles nicht. Der Schlüssel ist: Sie machen, während andere nicht machen. Sie agieren, wenn andere mit reagieren oder Nichtstun “beschäftigt” sind. Sie machen und machen und machen. Wieder und wieder. Sie halten Reden, singen Lieder, entwerfen Produkte, geben Interviews, schreiben Bücher und trainieren so ihre Disziplin.
Das Gute ist: Du kannst fast alles als Aktivität gestalten. Nimm zB dieses Blog hier. Ich hätte mich auf das Lesen alter Bücher und einfaches (ineffektives) Nachdenken über Methoden zur Selbstverbesserung beschränken können. Aber indem ich aktiv online darüber schreibe, kann ich ganz nebenbei zB Bloggen lernen, Twitter zum ersten Mal kennenlernen, in Kontakt mit interessanten Menschen kommen und meinen Schreibstil verbessern. Dabei zwingt mich die Veröffentlichung zu einer Gründlichkeit, die ich sonst im Denken gar nicht habe und die es mir ermöglicht, diese Beiträge noch meinen Enkelkindern zu zeigen oder sie für ein Buch zu verwenden. Oder stell’ Dir vor Du liebst Rockbands und gehst jedes Wochenende als Zuschauer auf Konzerte. Klar, kann man machen. Aber wieso fängst Du nicht selbst mit Musik an, wirst Bandmanager, organisierst Konzerte oder wirst Musikjournalist? Dann kannst Du auch deinen Stars nahe (sogar uU noch sehr viel näher) sein, aber auch selbst was dabei lernen und nicht bloß Klänge in die Einbahnstraße deines Ohres lenken. Ich bin wie gesagt überzeugt, dass man alles als Aktion gestalten kann und sollte. Es geht um Dialog, um Auseinandersetzung und darum, nicht bloß dem Monolog von sonstwem zuzuhören.
Also: gewöhne Dir an, aktiv zu leben. Trau’ Dich, den Ton anzugeben und nimm Dein Leben in die Hand. Den mutigen Machern gehört die Welt!
1 | Raimund Hocke
19 . Dezember 2009 um 16:07 Uhr
bin hier her gekommen, weil ein gewisser Felix Herzbach sich entschlossen hat, mir auf Twitter zu folgen. Ich schaue mir diese Leute immer kurz an und werfe sie dann ggf. wieder raus, wenn die Motivation zum Folgen offensichtlich etwas mit Reichweitengenerierung zu tun hat. Hier ist das Follow wohl entstanden, weil ich ein Follower von http://karrierebibel.de bin ;-)
Im Fall Felix Herzbach habe ich mit +follow geantwortet, weil der Blog aufsteigen.net mich von Inhalt und Konzept her anspricht.
Erinnert mich ein bisschen an den Ansatz von zenhabits (http://zenhabits.net/): Eine interessante Überschrift, ein paar knackige Thesen und dann eine Liste von Aktivitäten, die zum Ziel der angestrebten Veränderung führen.
Hier wird es noch angereichert mit dem persönlichen Ansatz:
“Ich werde Dir jetzt erstens sagen, weshalb ich dauerhaft kalt dusche, um Dir dann zweitens einen Weg vorzuschlagen, wie Du Dir auch diesen erfrischenden Segen in Dein Leben holen kannst.” (Zitat aus dem gelben Kasten beim Kaltduschen).
Klingt zwar ein bisschen wie beim Das-hier-ist-der-beste-Gemüsehobel-den-sie-jemals-gesehen-haben-Marktschreier, aber auch dort bleib ich schon mal stehen um dem Redner fasziniert zuzuhören.
Was mich ein bisschen irritiert: Der Mensch hinter Felix Herzbach bleibt verborgen hinter einem Pseudonym. Er kehrt uns auf seinem Bild sogar den Rücken zu, was etliche Interpretationsmöglichkeiten offen lässt.
Es könnte sogar sein, dass ihm der linke Arm und das rechte Bein fehlen. Aber dass Felix Herzbach mit uns sprechen will, beweist er durch diese Webseite, wo man sogar einfach so kommentieren kann ohne mindestens eine Rechenaufgabe lösen zu müssen. Und wenn wir seine Handynummer hätten, könnten wir ihn auch jederzeit direkt um Rat fragen: Er hat das Handy links am Gürtel hängen. Oder ist es doch der Absatz des rechten Schuhs und er hat zwei Beine. Rätsel über Rätsel.
Ich rufe Ihnen zu: Felix Herzbach haben Sie mehr Mut zum Aktivsein. Wenn Sie hier als wirkliche Person schreiben, wie wollen Sie dann Ihren Enkeln erklären, dass Sie sich hinter einem Pseudonym versteckt haben?
Wenn dieser Blog hier nicht vom Glück (Felix) beschienen ist und den (Herz)bach runter geht (siehe anderen Kommentar: Niveau nachhaltig?), dann sind zwar nicht Sie es gewesen, sondern ein gewisser Felix Herzbach. Aber zu all den Tips zum persönlichen Aufstieg gehört auch der Umgang mit Unsicherheit, Angst, Risiken und Misserfolgen.
Also mein Tipp zum neuen Jahr (zum Nachdenken nutzen Sie am besten die Festtage;-):
Geben Sie uns die Möglichkeit, Sie persönlich kennenzulernen.
Unabhängig von Ihrer Entscheidung bin ich ab jetzt regelmäßiger Besucher.
Herzlichen Gruß, schöne Tage und guten Rutsch.
2 | Raimund Hocke
19 . Dezember 2009 um 16:11 Uhr
Korrektur zu meinem vorhergehenden Kommentar:
Ich rufe Ihnen zu:
Felix Herzbach haben Sie mehr Mut zum Aktivsein. Wenn Sie hier NICHT als wirkliche Person schreiben, wie wollen Sie dann Ihren Enkeln erklären, dass Sie sich hinter einem Pseudonym versteckt haben?
3 | Raimund Hocke
19 . Dezember 2009 um 16:36 Uhr
Felix Herzbach spricht in diesem Beitrag ja auch über seinen persönlichen Start beim Bloggen.
Die alten Herren Diekmann, Matussek, Martensen, … von den anonymen Bloggern haben das alles ja schon hinter sich:
Da müssten sich doch auch ein paar Tipps rausholen lassen.
Herzlichen Gruß
4 | Felix Herzbach
20 . Dezember 2009 um 10:40 Uhr
Hallo Raimund,
Danke für Deine Kommentare. Danke auch insb. für den technischen Hinweis, den ich jetzt hoffentlich behoben habe.
Das Matussek & Co. Video ist unterhaltsam, aber auch eine ganz schön krasse Selbstdarstellung und ich finde, man kann das Machtgefälle im Video zugunsten des Kai D. fast mit der Hand greifen. Wie eifrig sie ihm alle zuarbeiten… Das hätte man nicht besser inszenieren können. Medienprofis eben.
Aber zurück zu Deinem Zuruf. Du hast schon Recht, dass es merkwürdig ist, einerseits Mut zu predigen und andererseits Mut, was die Identität der eigenen Person anbelangt, vermissen zu lassen. Das ist aber nur ein scheinbarer Widerspruch. Im wahren Leben bin ich mutig, geize nicht mit meinem Namen und nein, es fehlen mir auch keine Arme und Beine ;)
Dass ich hier (vorerst) anonym blogge, hat einfach nur den Grund, dass ich mir nicht sicher bin, wie so ein Stoff gerade in Deutschland angenommen wird. Und dass ich nicht die o.g. Selbstdarstellung zum Gegenstand dieses Blogs machen will. Und dass ich erstmal, wie sagt man so schön, mich von der Leber weg äußern kann.
Und was die Methode anbetrifft hast Du (erneut) Recht. Ich versuche meine Beiträge lebensnah bis plakativ zu schreiben und grds. nach dem folgenden Schema aufzubauen: 1. Worum geht es? zB Frühaufstehen. 2. Wieso ist das wichtig? zB weil Vorbereitungszeit am Morgen. 3. Wie kann man da hinkommen? zB sich morgens etwas vornehmen. Das Schema ist also in der Regel “Was? Warum? Wie?”. Aber auch was Twitter angeht, hast Du Recht. Wobei ich das nichts Schlimmes finde, wenn man versucht, Reichweite zu erzeugen. Außerdem bin ich noch ganz neu in diesen Medien und gestehe mir auch zu, Neues auszuprobieren ;-)
Herzlichen Gruß und nochmal Danke für Deine Worte,
Dein Felix
5 | Raimund Hocke
20 . Dezember 2009 um 16:20 Uhr
@Felix Herzbach #4
Danke für die ausführliche Antwort.
Diekmann + Zuarbeiter:
Ja, die stehen wohl wirklich drüber. Aber soweit oben, dass es eigentlich niemanden mehr ernsthaft interessiert.
Twitter + Reichweite:
Einverstanden. Ich suche mir ja auch die Leute aus, die sich Reichweite erhoffen.
aufsteigen.net:
ok. in die Richtung hab ich es mir auch gedacht. Das mit dem Vorgehen ist auch ok.
Wenn der Blog dann mal auf der Leiter aufgestiegen ist, dann kannst du ja ein Event aus der Demaskierung machen, Herrn Diekmann und Konsorten einladen, mit einem Ballon aufsteigen und den alten Herren zurufen: Ich werde Euch überleben!
Viel Spaß beim Weitermachen und natürlich auch Erfolg.
Herzlichen Gruß
6 | Flüge Australien
30 . Dezember 2009 um 11:40 Uhr
Ein toller Eintrag, der zum Nachdenken anregt! Wie oft liege ich im Bett und denke mir, wie viel Zeit ich mit fernsehen oder sinnlosem rumstöbern im Netz verschwendet habe. Es ist mir bewusst, dass ich diese Zeit durchaus hätte besser nutzen können, aber irgendwie verfällt man diesen Verlockungen trotzdem sehr oft. Ich denke, ab und zu kann das auch nicht schaden. Um abzuschalten.
Einige deiner Vorschläge zum aktiv werden befolge ich sogar schon. Ich mag deine Ansätze zur Musik. Leider blieb es mir bisher vergönnt zu lernen, wie man ein Musikinstrument spielt und ich bin bei sowas auch sehr ungeduldig. Aber wie du so schön aufzeigst, gibt es auch andere Möglichkeiten sich aktiv an Musik zu beteiligen.
Ich werde versuchen, noch mehr auf die Seite der Macher überzugehen :)
7 | Felix Herzbach
31 . Dezember 2009 um 16:38 Uhr
@Flüge Australien: Jeder kennt diese Verlockung und ich erliege ihnen auch noch manchmal. Aber immer seltener und hoffentlich bald gar nicht mehr. Das Ziel kann ja nur sein, nicht oder jedenfalls nicht auf eine unproduktive Weise abzuschalten. Ich hab das nie verstanden, wieso Menschen ständig vom “ich muss jetzt mal abschalten” plappern. Das hört sich für mich immer wie temporärer Suizid an. Ich glaube, dass das aber der falsche Weg ist. Dauerhaft an sich zu arbeiten macht glücklich und lässt die Lücke zwischen dem was man will und dem was man hat, kleiner werden; So dass auch der Drang nach dem “Abschalten” (wie gesagt ich halte es für eine Suizidphantasie) immer kleiner wird. Um es zusammenzufassen: Ich widerspreche Dir, wenn Du sagst, dass “Abschalten” nicht schaden kann, den ich bin der Meinung dass es das tut. Wenn Du – wie Du erklärst – mehr zum Macher werden möchtest, musst Du tote Zeit in Deinem Leben den Kampf ansagen. Von alleine passiert da nichts, denn in uns drängt einiges zur Trägheit. Lg Felix
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