verfasst von Felix Herzbach am 29. November 2009
Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten sein Leben zu Leben: bewusst/nachdenkend/hinterfragend/planvoll/konkret oder unbewusst/gedankenlos/konform/planlos/abstrakt. Die meisten von uns bewegen sich irgendwo dazwischen, denken also ein wenig über die vermeintlich (!) wichtigsten Dinge des Lebens (Berufswahl, Ehepartner) nach, leben aber ansonsten so, wie sie erzogen wurden und wie es die sie umgebende Gesellschaft vorlebt. Obergewohnheiten werden insofern als statische, nahezu zementierte Gegebenheiten akzeptiert, wenn sie überhaupt bemerkt werden. Lebensziele werden eher unbewusst gesetzt und auf halbem Weg als “unerreichbar” und meist mit Verweis auf fremde Einflüsse abgeschrieben. Kurz: Die meisten verteilen ihre Lebensressourcen gar nicht selbst, sondern lassen sie verteilen.
Ressourcenverteilung beschreibt
in der Volkswirtschaftslehre die wirtschaftlich optimale Verteilung von materiellen und immateriellen Gütern. Stell Dir vor Du wärst eine Volkswirtschaft: Wie würde eine weise Regierung (Tipp: Regierungssitz zwischen den Ohren…) Deine knappen Ressourcen (Zeit, Geld, Gefühle, Körperkraft, Fähigkeiten) einsetzen? Freilich hängt die Antwort davon ab, welche Ziele Du verfolgst: Solange der Segler nicht seinen Zielhafen kennt, ist ihm jeder Wind falsch. Darum geht es in diesem Artikel aber nicht. Dir Ziele zu setzen ist zunächst mal Dein und nicht mein Job. Frugalität beschreibt nur den bestmöglichen Weg zu den vorher bestimmten Zielen, also bildlich gesprochen den “Weg” auf den gewählten “Berg”. Es geht also eher um den Vorgang (das “Wie”) und nicht um das Wählen des gewünschten Ergebnis’ (Das “Was”).
Der Duden beschreibt das Adjektiv “frugal” u.a. mit Wörtern wie: “bescheiden, einfach, genügsam, karg, kärglich, puritanisch, schlicht”. Vor allem “bescheiden” und “genügsam” gefallen mir gut, weil sie die Notwendigkeit des Verzichts hervorheben. Wir leben in einer von einer überbordenden, mit Süchten und Abhängigkeiten überzogenen, nur scheinbar sehr freien Welt. Das können Du und ich nicht ändern. Aber wir sollten uns in ihr bewegen und zurechtfinden können und uns selbstständig einen optimierten Weg durch diesen Dschungel suchen.
Mit den “Shortcuts” der Frugalität kann man eine ganze Reihe von Lebensbereichen segnen. zB:
Jetzt fordere ich Dich auf, Deine Komfortzone zu erweitern und Obergewohnheiten zu entdecken bzw zu bewerten und zu ändern!
1 | anderer
30 . Dezember 2009 um 22:23 Uhr
eigendenlich wollte ich mich sofort aufregen… ABER .. ich habe nur diesen Beitrag gelesen..deshalb halte ich mich erstmal zurück.. und werde versuchen den rest deiner Beiträge?Blogs? (weiß nicht genau wie ich das nennen soll) zu lesen.. und mir dann eine Meinung zu bilden :o) Guten Rutsch.. erstmal…
2 | anderer
30 . Dezember 2009 um 22:27 Uhr
Also, wenn ich “frugal” bin oder sein will, dann will ich doch nicht “aufsteigen” oder? alldieweil ich ja “genügsam” bin. Oder nicht?
3 | Felix Herzbach
31 . Dezember 2009 um 10:29 Uhr
@anderer: Wieso und worüber wolltest Du Dich denn ad hoc aufregen? Einen wirklich zwingenden Zielkonflikt zwischen frugaler Lebensweise und aufsteigen kann ich übrigens nicht erkennen. Ich sehe die Begriffe vielmehr als gemeinsames Konzept. Indem ich mir eine frugale Lebensweise angewöhne, befreie ich mich von allen Fesseln, die mich (noch) halten. Ich stutze meine schlechten Äste zurück, damit die guten mehr Licht (=Zeit) bekommen. Was wäre denn das Gegenteil von Genügsamkeit? Verschwendung?
4 | online σύστημα ρουλέτας
An sich ne gute Sache, ich frag mich nur, ob das auch dauerhaft brauchbar bleibt.
5 | Franziska H.
Nach dem spezielleren Post über Finanzgewohnheiten der beste Post in meinen Augen… Danke!
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