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Frugalität anno 1767

verfasst von Felix Herzbach am 20. Juni 2010

Oha! Schon in der  “Oekonomischen Encyklopädie” steht seit dem 18. Jahrhundert klug geschrieben:

“Frugalität. Eine große Eigenschaft berühmter Männer, deren Ruhm aus dem entferntesten Alterthume durch eine lange Reihe Jahrhunderte, bis zu uns gekommen ist; eine herrliche Tugend, die Quelle des Reichthums und Wohlstandes der Familie, ein Gegengift wider die nagenden Sorgen, ein unfehlbares Mittel wider den in Verachtung stürzenden Mangel, wider die beschämende Armuth, wider das mit eigener Schuld verknüpfte, mithin größte und bitterste Elend ist; eine so große, nützliche, nöthige, moralische Vollkommenheit, findet in dem Reichthume unserer Sprache keinen Nahmen, und — darf ich es mit aller Verehrung gegen andere Vorzüge unserer Zeit sagen? — findet unserm gegenwärtigen Weltalter wenig Verehrer. Hier erfüllet mich ein lebhafter Unwille; und ich werde in die Seele vieler meiner Mitbürger roth.

Die große Tugend, davon ich handle, war in dem alten Rom bekannter, als in unserer heutigen Welt. Sie hieß Beitrag weiterlesen »

Gespräch mit FAZ-Journalistinnen

verfasst von Felix Herzbach am 2. Juni 2010

Vor ein paar Tagen stand ich in einem Interview Rede und Antwort über mein Blog und das Thema Frugalität. Die Fragen stellten Julia Krause und Stefanie Rehm. Der Hintergrund ist, dass die FAZ offenbar plant ein Dossier über frugale Gewohnheiten rauszubringen, man darf gespannt sein.

Wie und warum sind Sie Experte für “Frugales Leben” geworden? Leben Sie selbst frugal?
Ja, zB stehe ich regelmäßig sehr früh auf, dusche kalt, ernähre mich gesund, treibe viel Sport, notiere jeden ausgegebenen Cent und behalte 30-50% meiner Einnahmen. Wer etwas im Leben vorhat, muss dafür kämpfen und sich für diesen Kampf stetig stärken. In unseren Schulen und Universitäten lernt man nichts über Selbstadministration. Erst Monate in Hong Kong und New York haben mir die Augen geöffnet. Seitdem schreibe ich leidenschaftlich gerne über das Thema Frugalität, denn erstens stünde etwas mehr Bescheidenheit unserer bedrohten Gesellschaft gut zu Gesichte und zweitens hilft mir die Verschriftlichung auch persönlich bei der Verinnerlichung meines Konzepts eines frugalen Lebens.

Was bedeutet es, frugal zu leben?
„Frugal“ kann man übersetzen mit genügsam oder bescheiden: Wer einem frugalen Lebensentwurf folgt, achtet peinlichst darauf, wie er mit den wertvollsten Ressourcen im Leben (Gesundheit, Geld, Zeit etc.) umgeht. Im Alltag bedeutet das vor allem: Beitrag weiterlesen »

Lesefutter #1: In welchem Land wir eigentlich leben.

verfasst von Felix Herzbach am 23. Mai 2010

Viel zu lesen ist absolute Pflicht für jeden, der etwas mit seinem Leben vor hat. Wissen ist Macht. Mit Speed-Reading geht das übrigens schnell und mit Freude. In unregelmäßigen Abständen werde ich je drei thematisch benachbarte Sachbücher vorstellen. Das heutige Trio beschäftigt sich mit der sozialen Wirklichkeit in der BRD. Los geht’s:

1. Michael Hartmann – Mythos Leistungseliten, 2002 (7/10 Punkten)

Dieses vorzügliche Buch geht zurück auf eine wissenschaftliche Studie, die die Karrieren mehrerer Promotionsjahrgänge (1955, 1965, 1975, 1985; insgesamt 6.500 Datensätze) unter die Lupe nahm. Das Ergebnis des rennomierten Professors für Soziologie: Bildung ist ein Karrierebooster, soziale Herkunft – trotz weitverbreiteter Gegenansicht – viel mehr. Minutiös trägt Prof. Hartmann Datenmaterial zusammen. Zudem erläutert er, was Elite ist und wie sie sich dieser Tage zwischen Hamburg und München rekrutiert.

Das klingt dann zB so: “Die Wahrscheinlichkeit, bei der Besetzung von Topmanagementpositionen in Großkonzernen zum Zuge zu kommen, unterliegt von Jahrzehnt zu Jahrzehnt einer stärkeren sozialen Spaltung” (S. 82). Oder so: “Der Vorsprung der Bürgerkinder, den sie aufgrund ihrer familiären Bedingungen schon mitbringen, wird institutionell ausgebaut, verfestigt und zertifiziert.” (S. 181). Ausführlicher lässt sich das auch wie folgt lesen: “Jede Stadt hat ihren Zirkel, und daraus rekrutiert sich die Champions-League. Die pflegen ihr Gesellschaftsleben mehr denn je – aber darüber lesen Sie nichts. In München sind das vielleicht 500 Leute, in Hamburg und Berlin jeweils auch. … Wenn die Gloria von Thurn und Taxis heute Abend ein Fest gibt, macht sie das selbst, ohne Caterer, mit ihrem Regensburger Koch. Oder Herr Kirch richtet mit seinem italienischen Privatkoch ein Abendessen aus. Die zähle ich zu den 500 – und das passiert jeden Tag.” (S. 41). Beitrag weiterlesen »

Traumberuf Unternehmer

verfasst von Felix Herzbach am 12. Maerz 2010

“I think there is a world market for maybe five computers.”
- Thomas Watson, IBM-Chef im Jahr 1943

I. Einleitung

Wie will ich in 20 Jahren leben? Welcher Beruf entspricht meiner Begabung und macht mir Spaß? Was will ich auf dieser Welt hinterlassen? Stellst Du Dir diese Fragen auch? Mich lassen sie nicht mehr los und ich bezweifel, dass sie das jemals ändern wird. Ein lebendiges Selbstbild ohne dieses Gespräch mit mir selbst, kann ich mir nicht (mehr) vorstellen. Im Rahmen dieser Auseinandersetzung wurde mir in den letzten Monaten ein für alle Mal klar, dass ich Unternehmer werde. Dass ich es will und kann. Meine monatelangen zT sehr persönlichen Überlegungen dazu, was die Vor- und Nachteile dieses Lebensentwurfs sind und welche Anforderungen das Unternehmer-Dasein wohl an denjenigen stellt, der eine solche Laufbahn einschlägt, möchte ich Dir gerne in den nächsten Augenblicken offenlegen. Auch wenn Du nicht erwägst, Unternehmer zu werden, lies es Dir durch. Wahrscheinlich kannst Du danach Unternehmer besser verstehen oder kommst vielleicht selbst auf den Geschmack ;-) Ich freue mich auf Feedback.

II. Vorteile / Chancen

  • König statt Vasall. Unsere Arbeitswelt funktioniert so, dass wenige Verantwortungsträger entscheiden und viele viele Helfer und Helfershelfer und Helfershelfershelfer die Entscheidung umsetzen. Die Arbeitsteilung ist dabei so stark vorangeschritten, dass Beitrag weiterlesen »

Drogen und Erfolg

verfasst von Felix Herzbach am 26. Februar 2010

1. Einleitung:

Bis ich 16 war, nahm ich keine Drogen. Und damit meine ich nicht nur Alkohol, Tabak, Cannabis, Ecstasy, Ritalin, LSD, Speed, Ketamin, Koks, Heroin etc., sondern insbesondere auch Schokolade, Kaffee, Tee. Alles war Tabu und ich werde meine Kinder nicht anders erziehen. Erst das “Probieren” von Reisschnaps in einem buddhistischen Kloster in Südkorea vermochte mich jedenfalls gegenüber Alkohol zu öffnen. Seither denke ich viel über einen sinnvollen Umgang mit Drogen nach. Momentan ist Fastenzeit, die ich, obwohl agnostischer Atheist, zu äußerlichem Komplettverzicht und innnerlicher Reflexion nutze. Daher dieser Beitrag, welcher nach einer kurzen Darstellung des Drogenbegriffs möglichst rational Vor- und Nachteile des Konsums schildert, um abschließend einen Kompromissvorschlag zur Diskussion zu stellen. Ich freue mich auf eine angeregte Debatte.

2. Drogenbegriff:

Man hat sich noch nicht so ganz auf den Begriff der Droge geeinigt. Nach dem weitesten Begriff sind Drogen sog. “psychotrope Substanzen”, also bewusstseinsverändernde Stoffe aller Art. Nach einer Beitrag weiterlesen »

Welt- oder Selbstverbesserung?

verfasst von Felix Herzbach am 9. Februar 2010

Der erste Gastbeitrag ist da! Herzlicher Dank geht an den Schöpfer Torben Mittelhorn (Pseudonym). Ich hoffe es bleibt nicht sein letzter Beitrag. Hervorhebungen und Tags stammen von mir. Gerne veröffentliche ich auch Deinen Gastbeitrag. Schreib’ mir einfach via info@diesedomain… ;-) So jetzt aber viel Spaß mit Torbens Text:

Dieses Thema ist wirklich überfällig, denn ich werde ständig damit konfrontiert und ich wette, es geht Dir nicht anders. Zumindest wenn Du einige Vorschläge dieses Blogs versuchst umzusetzen. Aber vielleicht ist es ja ein noch größeres Problem, nämlich: Je stärker der eigene Lifestyle abweicht, desto heftiger die (uU ablehnenden) Reaktionen anderer Menschen. So wird das Gespräch über den eigenen neuen Lebenswandel häufig zum Spießrutenlauf. Der Gesprächspartner hat Verlustängste, Veränderungsängste und tausend weitere Ängste und bringt sie in aller Regel auch zum Ausdruck. Jedes Mal, wenn ich versuche meinen Lebensentwurf zur Diskussion zu stellen, werden mir Vorwürfe gemacht. Es heißt ich sei…

  1. …zu kaltherzig/berechnend/eisern gegenüber anderen.
  2. …zu hart/genussfern/leidenschaftslos gegenüber mir.

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Zum Lernjunkie werden

verfasst von Felix Herzbach am 24. Januar 2010

“Mit dem Wort Zufall gibt der Mensch nur

seiner Unwissenheit Ausdruck.” Laplace

Alles Große beginnt mit Neugierde: Liebe, Sex, Nobelpreise, Kriege. Der Durst nach Neuem ist Triebfeder auf persönlicher, wie auch gesellschaftlicher Ebene. Der Drang mehr über andere Menschen (Lebendiges im engeren Sinne), Tiere (Lebendiges im weiteren Sinne), Pflanzen (Lebendiges im weitesten Sinne) und sonstige Gegenstände bzw. Zusammenhänge unserer Welt (Totes) zu erfahren, ist etwas zutiefst Menschliches und überaus gesund.

Faktisch ist dieser Trieb extrem ungleich unter den Menschen verteilt. Während Einige von der Wiege bis zur Bahre wissbegierig/neugierig/interessiert/lebensdurstig/fleißig sind, sucht die große Mehrheit unablässlich nach Möglichkeiten, diesen Trieb zu unterdrücken. Plakativ: Die einen lieben und üben Informationsverarbeitung, die anderen hassen und vermeiden Informationsverarbeitung. Ich bin überzeugt: Ob Du diesen Trieb unterdrückst, zulässt oder sogar aktiv fütterst, liegt an Dir. Erlaube bitte, dass ich Dir meine Gedanken dazu mitteile, wie man zum Lernjunkie wird – lebenslang. Beitrag weiterlesen »

Schonungslose Abrechnung

verfasst von Felix Herzbach am 17. Januar 2010

Die größte und gleichzeitig gefährlichste Lüge unserer Zeit in Bezug auf sozialen Aufstieg ist die, dass – überspitzt formuliert – jeder alles jederzeit erreichen kann. So verlockend diese Idee ist, so falsch ist sie auch. Man missbrauchte auch schon früher die Aufstiegsphantasien der Masse für eigene Zwecke, aber in den letzten Jahren hat diese Manipulation ein so bedrohliches Ausmaß angenommen, dass ich diesen Beitrag nicht laut genug in die Welt schreien kann. Es ist für jeden von uns an der Zeit herauszufinden, wo wir wirklich stehen!

Deine Familie, Deine Freunde, Deine Lehrer und Deine Chefs lügen Dich ständig an. Werber, Journalisten, Politiker nicht minder. Jedenfalls sagen sie aus Höflichkeit, Angst oder schlicht Eigeninteresse nicht immer die Wahrheit (was einer Lüge gleichkommt). Das ist ja auch legitim und wahrscheinlich verhältst Du Dich nicht anders. Aber Du darfst Dich verdammt nochmal nicht davon einlullen lassen und ein Selbstbild erstellen, das total unrealistisch ist! Warum und wie man eine realistische Selbsteinschätzung erhalten kann, darum soll’s jetzt gehen. Brutalstmögliche Aufklärung ist angesagt! Beitrag weiterlesen »

Ablehnung, Baby!

verfasst von Felix Herzbach am 5. Januar 2010

Nein, Nein und nochmals Nein!” sind gute, häufig sogar geniale Worte. Liebevoll gepflegte Feindschaften sowie Nein- und Absagen werden in unserer Gesellschaft leider zu Unrecht und zu pauschal als “schlecht” abgestempelt. Was aber Ablehnung wirklich ist, warum sie so wichtig ist und wie man sie intelligent praktiziert – darum geht es im Folgenden. Ich möchte Dir zeigen, welche Kraft im Erfolgswerkzeug Ablehnung steckt. Wenn (wie gesagt) etwas perfekt ist, wenn man nichts mehr ohne Qualitätseinbuße weglassen kann, dann ist Ablehnung ein sehr direkter Weg zu diesem Ziel. Ablehnung lässt unnötigen Ballast von Deinem Leben abplatzen, so dass Du Dich aus dem Dunst erheben und auf die Erreichung Deiner wahren Ziele konzentrieren kannst. Beitrag weiterlesen »

Mit guten Vorsätzen in’s neue Jahr? Über erfolgreiche Zielsetzung.

verfasst von Felix Herzbach am 30. Dezember 2009

Morgen ist es wieder soweit: Silvester! Wir schließen das letzte Jahr der 2000er ab und beginnen ein neues. Traditionell ist das für viele Menschen eine Zeit, in der sie Bilanz ziehen und gleichzeitig neue Pläne schmieden. Fast jeder präsentiert auf der Silvesterparty oder wenig später seine oder ihre guten Vorsätze. Gute Vorsätze können sich auf ganz verschiedene Lebensbereiche beziehen, zB Familie, Geld, Beruf oder Gesundheit. Nichtrauchen ist übrigens – völlig zu Recht! – seit Jahren unangefochtener Spitzenreiter.

Einerseits freue ich mich sehr, wenn Menschen ihre Situation wenigstens ein Mal im Jahr mehr oder wenig gründlich auf den Prüfstand stellen und überlegen, was sie an sich in Zukunft verbessern möchten. Mein Blog enthält ja gerade kleine Anleitungen zur Selbstverbesserung (zB mehr sparen, früher aufstehen, gesünder ernähren, schneller lesen, kalt duschen usw.). Ich glaube also fest sowohl an die Kraft als auch an das Bedürfnis guter Vorsätze.

Was mir aber jedes Jahr komisch vorkommt, ist die Art und Weise der Zielsetzung und der sich daran anschließenden Umsetzung. Dh wenn es denn überhaupt zu einem Versuch der Umsetzung kommt. Die große Mehrheit begeht das Thema außerordentlich stümperhaft und mit einem hohen Maß an Naivität.

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